Rheinische Post: Ölige Gefahr
Düsseldorf (ots) - Wie hoch der Preis für den Energiehunger der
Welt wirklich ist, das bemisst sich nicht nur an den stetig
steigenden Spritpreisen an unseren Zapfsäulen. Das zeigt die
Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko. Noch ist nicht geklärt, was genau
zu der Explosion auf der Bohrplattform "Deepwater Horizon" geführt
hat, die vermutlich elf Arbeiter das Leben kostete und einen
gigantischen Ölteppich freigesetzt hat. Sicher scheint nur, dass es
sich bei der Bohrinsel um eine nach westlichen Standards betriebene
Anlage handelte. Aber auch ständig verbesserte Sicherheitstechnik ist
keine völlige Garantie gegen derartige Unglücke. Und es steht zu
befürchten, dass sich die Unfälle in Zukunft sogar noch häufen
werden. Denn die Suche nach dem Öl wird immer schwieriger, der
Aufwand immer extremer. US-Präsident Barack Obama gerät jetzt unter
Druck. Seine erst jüngst verkündete Entscheidung, vor Amerikas Küsten
wieder verstärkt nach Öl bohren zu lassen, muss jetzt wie ein
schwerer Fehler wirken. Doch das ändert nichts am Trend: Rund um den
Globus wird in den kommenden Jahren die Bereitschaft steigen, immer
höhere Risiken für Mensch und Umwelt einzugehen, um an den Stoff zu
gelangen, von dem unsere Ökonomie abhängt.
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